Hauptmenü
Artillerie
Wie zu Zeiten Karl V. wurden auch im Dreißigjährigen Krieg hauptsächlich Kartaunen, Schlangen und Kammerstücke (Mörser) eingesetzt. Zur Erzeugung der Kanonenrohre wurde am häufigsten Kanonenbronze verwendet; ein Material, das zum Gießen geeignet, wetterbeständig, fest und dabei genügend elastisch war.
Diese Bronze wurde durch Schmelzen und Gießen von Kupfer, Zinn und Blei erzeugt.
Beutelschneider
zur Webseite
Arme, Bettler und Beutelschneider waren Randgruppen der traditionellen Gesellschaft. Als arm galt derjenige, dessen Lebensunterhalt nur auf seiner Arbeitskraft beruhte.
Es war also die Arbeit, die den Armen vom Bettler unterschied. Arme und Bettler zählten jedoch noch zum -
Hingegen waren Beutelschneider und Vagabunden endgültig außerhalb jeglicher Gesellschaftsordnung. Die beiden Gruppierungen hatten ihre feste Unterkunft, ihre angestammte Heimat verlassen. Sie streiften durch die Lande, raubten, stahlen, plünderten und waren somit eher geneigt Böses als Gutes zu tun.
Zu diesen beiden Gruppen gesellte sich sehr bald die Schar der Musikanten, Händler, Wanderschausteller, der Ärzte, Dentisten und Scharlatane, die allesamt als Vaganten bezeichnet wurden.
Die bürgerliche Gesellschaft reagierte auf diese Vaganten mit drastischen Strafen und mit der Errichtung von Zucht-
Bürgerfrauen
Im Dreißigjährigen Krieg war die Emanzipation der Frauen noch längst nicht gegeben. So mussten Frauen, die zur oberen Gesellschaftsschicht gehören wollten, stets darauf achten, möglichst nicht alleine an Veranstaltungen teilzunehmen oder selbst auch in Gruppen Wirtshäuser zu besuchen, wollte man nicht als Dirne abgestempelt werden.
Man traf sich also privat zu Damenkränzchen, man musizierte und tanzte. Häufige Tänze dieser Zeit waren Sellengers Round und Godesess, beides englische Country-
Feldschmiede
zur Website
Zum Wagenpark des Historischen Festspiels gehört auch eine vollfunktionsfähige Feldschmiede.
Der Schmied und seine Gehilfen fertigten damit unter anderem die Hufeisen zum Beschlagen der Pferde. Während des Feldzuges kam ihnen jedoch die weitaus wichtigere Aufgabe zu, die Waffen für den Kampf in Stand zu halten. Die fahrbare Feldschmiede wurde vor wenigen Jahren von Vereinsmitgliedern in mühevoller Arbeit aufgebaut.
Hauptwache
Die Normalstärke einer Kompanie des Fußvolkes bestand im Dreißigjährigen Krieg aus 300 Mann. Durch Einbußen im Verlauf der Feldzüge gab es jedoch ganz erhebliche Unterschiede. So waren um 1631 Kompaniestärken von 30 bis 50 Mann keine Seltenheit.
Junge Schar
zur Website
Wie es der Name schon besagt, besteht die Gruppe "Junge Schar" aus jungen Männern, meist im Alter zwischen 18 und 30 Jahren. Historisch gesehen stellt die "Junge Schar" die nachwachsende Bürgerwehr der im Jahre 1631 freien Reichsstadt Rothenburg o.d.T. dar. Angeführt wird diese Gruppe von Hans Staudt, jun., dem Sohn des Senators Johann Staudt.
Für das historische Festspiel "Der Meistertrunk" ist diese Gruppierung eine sehr wichtige Einheit, die in ihrer Gesamtheit auch im Spiel im Kaisersaal integriert ist. Dabei sind der Gruppenführer Hans Staudt, jun., sowie andere Gruppenmitglieder als Boten junge Sprechrollen-
Kaiserliche Reiterei
Die kaiserliche Kavallerie bestand aus zwei Typen regulärer Reiterei den Kürisseren (später Kürassiere genannt) und den Arkebusieren. Sie war in Regimenter und Kompanien eingeteilt. Die Zahl der Eskadronen eines Regiments lag zwischen zwei und acht, die Stärke einer Eskadron bei 70 Pferden.
Die taktische Einheit der Reiterei war die Eskadron; ein größerer aus mehreren Kompanien gebildeter Haufen.
Kanoniere
Grundlage der Artillerie waren auch im Dreißigjährigen Krieg die Kanonen. Jede Kanone war mit einer umfangreichen Garnitur von Werkzeugen ausgestattet. Da war zunächst die Pulverschaufel aus Kupferblech an einem langen hölzernen Schaft, dann der Rohrwischer aus Schaffell, das mit Kupfernägeln an einer Holzwalze befestigt war, die ebenso an einem hölzernen Schaft saß.
Mit dem Setzkolben presste man die Kugel und die Pulverladung zusammen. Ein Brett mit einer Aussparung in der Form des Kanonenrohres wurde auf die Rohrmündung aufgesetzt, um den Schützen vor den feindlichen Fußvolkgeschossen zu schützen.
Kroaten zu Fuß
Ein Gemisch aus halbasiatischen Nationen der verschiedensten Sprachen, jagten sie dem regulären Heer voran, streiften meilenweit auf dessen beiden Flügeln und deckten gleichzeitig den Nachtrab des ganzen Heeres. Die Kroaten wurden nicht in der Schlachtfront eingesetzt, sondern sicherten die Bewegungen der kaiserlichen Armee.
Als Auge und Ohr des Feldherrn klärten sie die Bewegungen des Feindes auf, störten die Verbindungslinien im feindlichen Hinterland durch plötzliche Überfälle und trugen Schrecken und Drangsal in die Länder der protestantischen Union.
Aber nicht nur durch Einzelaktionen erfüllten die Kroaten die Erwartungen ihrer Oberkommandierenden.
Kroaten zu Pferd
zur Website
Von den nicht regulären Reitereinheiten des Dreißigjährigen Krieges, die in den östlichen Regionen gebildet wurden, waren in der kaiserlichen Armee die Kroaten am stärksten vertreten.
Kroaten dienten in den verschiedensten Regimentern, vorzugsweise jedoch bei den Arkebusieren. Daneben traten sie auch in geschlos-
In der Schlachtordnung befanden sie sich meistens an den äußersten Flügeln. Im Vorpostenkrieg vollbrachten sie Wunder an Tapferkeit. Wenn es aber darum ging, feindliche Kolonnen zu umschwärmen, die Bewegungen des Gegners auszuspähen, Proviant zu requirieren oder auch nur ganz schlicht Beute zu machen, waren sie stets an vorderster Front zu finden.
Sie flogen den Kaiserlichen voraus wie eine Hagelwolke und trugen Schrecken und Verwüstung in die feindlichen Länder. Im Angriff die Ersten, im Rückzug die Letzten; bei Tag und Nacht auf den Beinen, waren sie unermüdlich im Einsatz.
Landsknechte
Die Schlagkraft heimatgebundener Kriegsknechte war Ende des 15. Jahrhunderts vornehmlich im Kampf der Schweizer gegen die Ritterheere Herzog Karls des Kühnen von Burgund offenbar geworden. Diese Erfahrungen ermöglichten es auch deutschen Fürsten, Knechte "aus dem Lande" anzuwerben -
Sie standen den Schweizern an Tapferkeit nicht nach, ihre Disziplin galt jedoch als fragwürdig. Die Kaiser Maximilian I. und Karl V. bedienten sich ihrer in zahlreichen Kriegen. Ganz besonders kam es darauf an, die bunt und locker zusammengefügten, widerspenstigen Spießgesellenformationen der damaligen Zeit innerlich zu festigen.
Loser Haufen
In den Kampfpausen zwischen den einzelnen Schlachten des 30jährigen Krieges wurden viele der angeworbenen Soldaten mittellos.
Als kleinere Gruppierungen, die man auch als Lose Haufen bezeichnete, streiften sie durch die Lande und traten oft als Musikanten auf. Zu diesen Musikanten gehörten auch die Schausteller, die Ärzte, Dentisten und Scharlatane, die allesamt als Vaganten bezeichnet wurden. Diese Vaganten waren Randgruppen der bürgerlichen Gesellschaft, sie galten als ehrlos, sie raubten, stahlen und plünderten.
Kennzeichnend für den Losen Haufen in unserem Verein ist die hohe gesangliche Qualität mit der sie ihre Lieder zum Vortrag bringen. Mit ihrem mehrstimmigen Gesang und einem reichhaltigen historischen Liedgut, stellen sie eine unverzichtbare Bereicherung unserer Vereinsaktivitäten.
Marketenderinnen
zur Website
In den Heerzügen des Dreißigjährigen Krieges folgte den militärischen Abteilungen der Tross zur Verpflegung und Betreuung der Soldaten. Was der Soldat nicht verzehrt, genommen oder verwüstet hatte, das zehrte, nahm und vernichtete der Tross. Daran schlossen sich zu Fuß oder zu Pferd die Soldatenweiber an. Es waren die Frauen oder Dirnen der Söldner, die sich bei der Rast um deren Kleidung kümmerten und die Kinder betreuten.
Mit seiner Frau wohnte der Soldat unter dem engen Strohdach des Lagers oder im Quartier. In jeder Abstufung von Alter und Ansprüchen begleiteten Dirnen das Regiment: von der Mätresse des Obersten, die mit ihrem Hofstaat unter besonderer Bedeckung reiste, bis zur Dirne des Pikeniers, die, ihr Kind auf dem Rücken, mit wunden Füßen über das Schlachtfeld laufen musste. Der Tross jedes Regiments unterstand dem Dirnenwaibel, meist ein altgedienter Soldat, der vom Oberst eingesetzt wurde.
Mummenschanz
zur Website
In den mittelalterlichen Städten standen trotz aller Einschränkungen durch die Obrigkeiten, den Spielleuten und Gauklern die Häuser der wohlhabenden Bürger offen.
Ihre Musikdarbietungen, Akrobatikvorführungen und Schauspielakte stiessen auf Marktplätzen, in Wirtshäusern und Gassen auf offene Augen und Ohren. Spielleute lockten das Volk zum Tanz und waren unentbehrlich bei Fastnachtsbräuchen und Umzügen.
Die Spielleuten dienten den Repräsentationspflichten der bürgerlichen Oberschicht z.B. bei Empfängen und Festessen. Natürlich gaben die Spielleute ihre neuesten Geschichten und Lieder auch ohne speziellen Auftrag, aber selbstverständlich nur gegen entsprechende Entlohnung durch die Passanten in den Gassen und auf den Plätzen zum besten.
Neben den Legenden und Abenteuergeschichten konnten Spielleute zumeist auch die neuesten Tanzweisen darbieten und über aktuelle Ereignisse informieren. Mit Schäferpfeifen, Schalmei, Davul, Bodhran, Poi-
Münzer
zur Website
Sie waren die anerkanntesten Handwerker im Mittelalter. Wer sich heute hinter den "Münzern von Rothenburg" verbirgt, finden Sie hier.
Musketiere
Ein großer Teil des kaiserlichen Fußvolkes bestand im Dreißigjährigen Krieg aus Musketieren. Sie trugen gelegentlich eiserne Sturmhauben, ansonsten keinen Körperschutz.
Die Offensivwaffen waren ein ca. 1 m langer, am Ende etwas ge-
23 g. Die 1,2 m lange Musketengabel wurde auf Märschen an einem Lederriemen nachgezogen. Die Ladung und das Zündpulver befanden sich in elf lederbezogenen Kapseln aus Holz oder Blech, die an einem Bandelier hingen, das von der linken Schulter zur rechten Hüfte lief. Weiter hingen daran eine mit Laufpulver gefüllte Blechflasche, ein Beutel mit Kugeln und Lappen zum Reinigen der Muskete und ein Ölkännchen.
Um den Hals trug der Musketier die vier bis sechs Meter lange Lunte. Auf dem Marsch musste die Lunte jedes zehnten Soldaten brennen, damit die anderen Musketiere im Bedarfsfall ihre Lunten anzünden konnten. Die Offiziere der Musketiere trugen ein Bruststück als Schutzwaffe. Als Angriffswaffe führten sie Partisanen und Degen.
Panduren
zur Website
Geschichtlich gehörten die Panduren zu den Truppen des Generals Johann Graf von Tserclaes Tilly, der im Dreißigjährigen Krieg die Stadt Rothenburg angegriffen und erobert hat.
Die dramatischen Ereignisse des Dreißigjährigen Krieges, die das Schicksal der freien Reichsstädte damals nachhaltig prägten, lassen hunderte von Bürgern in historischen Uniformen und Gewändern alljährlich an Pfingsten wieder aufleben.
Pikeniere
Ein Fußvolkregiment der Kaiserlichen bestand aus 5 -
Anfang des 17. Jahrhunderts waren zwei Soldatentypen bestimmend für das Fußvolk der europäischen Armeen: die Pikeniere und die Musketiere, die sich durch ihre Ausrüstung unterschieden.
Die Pikeniere, auch Spießer genannt, trugen als Schutzwaffe eiserne Brust-
Hauptwaffe war die Pike, eine Stange aus Eschenholz, deren Länge um 5 m betrug. Sie hatte am äußeren Ende eine ca. 10 cm breite, zweischneidige und vorn gezackte eiserne Spitze, die mit Eisenbändern an der Stange befestigt war. Am anderen Ende war ein eiserner Stachel angebracht. An seiner linken Seite trug der Pikenier einen langen Degen. Die Offiziere führten ebenfalls Piken. Schutzwaffe war das Bruststück.
Schanzbauern
Für den Bau der Feldbefestigungen dünkte sich der anspruchsvolle Soldat des Dreißigjährigen Krieges zu schade, obwohl sie seinem eigenen Schutz dienten und den Feind besiegen halfen. Für diese Arbeiten waren Taglöhner (Schanzbauern) bestimmt, die nicht in die reguläre Schlachtordnung eingereiht wurden.
Im Feld gab es grundsätzlich zwei Typen von Befestigungen: Die Verteidigungs-
Verteidigungsbefestigungen baute jede Armee nach der Unter-
Die Herstellung dieser Körbe leitete, ebenso wie den Schanzenbau, der sogenannte Schanzmeister. Der Durchmesser der Schanzkörbe betrug 5-
Schwedische Reiter
Als der Schwedenkönig Gustav II. Adolf am 16. Juli 1630 auf Usedom landete, um seinen evangelischen Glaubensbrüdern zu Hilfe zu kommen, unterschied sich die Form seines Kernheeres bereits in einigen wesentlichen Punkten von den Heeren seiner Feinde. Hierfür sorgten die Kriegsartikel, die der König 1621 seinem Heer gegeben hatte. Sie enthielten nicht nur einen stark religiös-
Spielmannszug
zur Website
Die Aufgaben der Musiker waren im Dreißigjährigen Krieg vielfältig. Beim Ausrufen von Bekanntmachungen des Heerführers sorgten Trommler für Ruhe und Aufmerksamkeit. Auf den Märschen der Kriegsvölker führten Pfeifer und Trommler die Züge an. Schließlich kündigten Fanfaren die Ankunft wichtiger Meldereiter und die Anwesenheit von Unterhändlern an.
Im Spielmannszug des historischen Festspiels "Der Meistertrunk" vereinigen sich diese Instrumente zu einer Abteilung. Gespielt wird auf Landsknechtstrommeln, mit kleinen Querflöten, den sogenannten Pikkolos, und mit ES-
Die Gruppe wird von zwei Hauptleuten angeführt und umfasst nahezu 60 Musiker. Sie nimmt an zahlreichen Veranstaltungen in Deutschland teil und sorgt mit ihrem disziplinierten Auftreten für eine hervorragende Werbung für den "Meistertrunk".
Stadtwache
Die Stadtwachen der freien Reichsstädte setzten sich normalerweise aus Bürgern und Handwerkern zusammen. Sie waren für die äußere Sicherheit und den Wachdienst an den Stadttoren zuständig.
Die innere Sicherheit wurde von Stadtknechten übernommen.
Die Städte waren in der Regel in Stadtviertel unterteilt. Jedes dieser Stadtviertel wurde von einem Hauptmann befehligt, der wiederum dem Obristen unterstand, welcher direkt dem Rat der Stadt gegenüber verantwortlich war.
Die jeweiligen Stadtviertel hatten an der Stadtmauer farblich gekennzeichnete Abschnitte, die bei Bedarf von den zuständigen Stadtwachen zu besetzten waren.
Bewaffnung und Ausrüstung der Stadtwache waren im sog. Zeughaus gelagert.
Tilly-
Trotz einer gewissen Gleichartigkeit der Bekleidung konnte bei den Kampftruppen des Dreißigjährigen Krieges von Uniformierung noch keine Rede sein. Erste Ansätze zeigten sich jedoch bei den Leibgarden der Fürstlichkeiten und Heerführer. So trugen die Garden oftmals die Farben aus den Fahnen ihres Herrn.
Aufgabe der Garde war nicht alleine der Schutz des Befehlshabers vor dem Feind. Ebenso sehr hatten die Kommandierenden den Feind im eigenen Lager zu fürchten. Wie streng die Ordnungsvorschriften im Heer vollzogen wurden, hing letztendlich von der Entscheidung des Feldherrn ab.
Tross
Fuhrwerke mit Lebensmitteln, Munition und anderem Militär-