Rothenburg ob der Tauber – Der Verein Historisches Festspiel „Der Meistertrunk“ hat im Rahmen seiner ordentlichen Generalversammlung am 27. März 2026 im Hotel “Rappen” auf ein ereignisreiches Jahr zurückgeblickt und zugleich wichtige Weichen für das kommende Festspieljahr gestellt. Zahlreiche Mitglieder nahmen an der Versammlung teil und unterstrichen damit die große Verbundenheit mit unserem Verein.

Rückblick: Engagement, Ehrenamt und neue Impulse

In den Berichten des Vorstands wurde deutlich, wie vielfältig und intensiv die Vereinsarbeit im vergangenen Jahr war. Neben den Aufführungen des historischen Festspiels prägten zahlreiche Proben, organisatorische Weiterentwicklungen sowie neue Projekte das Vereinsleben. Aufgrund des unbeständigen Wetters zu Pfingsten 2025 musste der Verein allerdings einige Einbußen hinnehmen. Nach wie vor ist man auf die Eintrittsgelder an den Toren der Stadt angewiesen. Ein besonderer Dank ging hier an den Historischen Schäfertanz und die Stadtwache. Schatzmeister Stefan Lebküchner bilanziert ein “Jahr der Rekordausgaben”.

Ein besonderer Meilenstein war die Premiere des lebendigen Museums „Rothenburg. Anno 1631“, das mit zahlreichen Gästen aus Stadtpolitik, Kultur und Verein im November eröffnet wurde. Darüber hinaus schreitet die notwendige Renovierung der vereinseigenen Festspielscheune in der Spitalgasse weiter voran.

Auch medial fand die Arbeit des Vereins Beachtung: Die Gruppe der Bürgerkinder wirkte an einem Beitrag der Frankenschau mit, zudem begleitete ein Team der Burdastudios/RTL die Festspielaufführungen und den Heereszug über Pfingsten für eine Reportage.

Positiv wird auch der Besuch der bayerischen Gesundheitsministerin Judith Gerlach und ihrer Familie an Pfingstsonntag bewertet. Nach der Aufführung schauten sie dem Heereszug zu. Im Anschluss gab es eine Führung für die Familie durchs Feldlager – mit vielen Gelegenheiten die Gruppen kennenzulernen, Gesprächen und Mitmachen.

Der Verein zählt aktuell über 900 Mitglieder, davon knapp 100 aktiv Mitwirkende auf und hinter der Bühne. Besonders erfreulich: Mit über 90 Anmeldungen verzeichnete die Gruppe der Bürgerkinder 2026 erneut einen Rekord. Die Generalversammlung würdigte ausdrücklich das hohe ehrenamtliche Engagement, das den Meistertrunk seit über 140 Jahren generationenübergreifend trägt. Im letzten Jahr wurden zahlreiche Aktive und Sprechrollenträgerinnen und Träger für ihr langjähriges Engagement gewürdigt.

Ausblick dreifaches Jubiläumsjahr und Bürgerfest

Im kommenden Festspieljahr stehen neben den Vorbereitungen für die Aufführungen auch langfristige Vereinsprojekte im Fokus. Der Kartenvorverkauf für Pfingsten verläuft zufriedenstellend. Ende letzten Jahres wurde auf ein neues Ticketsystem umgestellt.

Gleichzeitig sieht sich der Verein vor der Herausforderung mehrerer baustellenbedingter Anpassungen rund um die Aufführungen und den Heereszug zu Pfingsten. Der Große Heereszug am Sonntag wird erstmalig eine neue Route nehmen und am Marktplatz über die Herren- und Kirchgasse durch die Klingengasse über den Schrannenplatz führen bevor es wie sonst durch die Galgengasse auf die Festwiese geht. Letzte Abstimmungen mit Stadt und beteiligten Stellen sowie Pferdeführen laufen.

Ein besonderer Blick richtet sich auf das Jahr 2026, in dem der Verein gleich drei bedeutende Jubiläen begeht: 145 Jahre Vereinsgründung, zehn Jahre Anerkennung des Meistertrunks als Immaterielles Kulturerbe sowie 60 Jahre Bestehen des vereinseigenen Museums „Historiengewölbe mit Staatsverlies“. Diese Meilensteine unterstreichen die historische Tiefe, kulturelle Strahlkraft und nachhaltige Bedeutung des Vereins – sowohl auf der Bühne als auch in der lebendigen Vermittlung von Stadtgeschichte.

Im Mai soll die Festspielscheune in der Spitalgasse mit einem Scheunenfest wiedereröffnet werden. Mitglieder und Interessierte sind eingeladen, sich von der denkmalgerechten Renovierung zu überzeugen und bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch zu kommen.

Zusammen mit der Handballabteilung des TSV 2000 Rothenburg wird am 20. Juni eine neue Veranstaltung mit dem Titel “Lieder in der Bastei” in der Klingenbastei stattfinden. Zehn verschiedene Musikgruppen sollen auftreten. Alle Einnahmen kommen den Handballern sowie dem Meistertrunk zugute.

Zitat des Vorstands

Vereinsvorsitzender Martin Wegele betonte in seinem Schlusswort:

„Als Verein machen wir das ganze Jahr über für unser schönes Rothenburg Werbung und tragen entscheidend zur Vielfalt des Städtischen Lebens bei. Auch 2026 soll das so bleiben. Ich wünsche mir, dass die bisher hervorragende Zusammenarbeit zwischen der Stadt und dem historischen Festspiel auch in Zukunft so positiv geprägt bleibt.”

Gemeinschaft als tragende Säule

Die Generalversammlung machte einmal mehr deutlich, dass der Meistertrunk weit mehr ist als ein Bühnenereignis: Er ist ein lebendiger Bestandteil der Rothenburger Stadtgesellschaft, getragen von Generationen ehrenamtlich engagierter Menschen und tief verwurzelt in der regionalen Identität.

Zahlen und Daten

Im Rahmen der Versammlung wurden zudem zentrale Kennzahlen aus dem Jahr 2025 vorgestellt, darunter:

  • Anzahl der Aufführungen 2025: 12 Aufführungen, zudem die 25. Spielzeit unter Regisseur Reijk Bergemann
  • Besucherinnen und Besucher zu Pfingsten: 80% Auslastung der Aufführungen
  • Besucherinnen und Besucher im Museum: 27.500 Gäste besuchen das Historiengewölbe
  • Zweiter Anmelderekord in Folge bei den Bürgerkindern: über 90 Kinder
  • Besondere Projekte und Investitionen: Das Museumsprojekt „Rothenburg. Anno 1631“, gefördert im Sommer 2025 im Rahmen der Initiative „Heimat.Engagiert“ durch das Bayerische Staatsministerium der Finanzen und für Heimat

Über das Historische Festspiel „Der Meistertrunk“

Das Historische Festspiel „Der Meistertrunk“ zählt zu den traditionsreichsten historischen Darstellungen Süddeutschlands. Mit über 900 aktiven Mitgliedern bringt der Verein seit mehr als 140 Jahren die Ereignisse des Dreißigjährigen Kriegs rund um die Legende des Meistertrunks auf die Bühne – getragen von ehrenamtlichem Engagement und großer historischer Leidenschaft.