Bayerisches Heimatministerium fördert innovatives Museumsprojekt des „Meistertrunks“
Mitten in Rothenburgs Altstadt wird das Museum des Vereins Historisches Festspiel „Der Meistertrunk“ e. V. zum Schauplatz lebendiger Geschichte: Szenen aus dem Jahr 1631, dem historischen Kontext des legendären Meistertrunks, werden künftig durch Laiendarstellerinnen und -darsteller in originalgetreuen Kostümen improvisiert nachgespielt und gemeinsam mit den Besucherinnen und Besuchern partizipativ erlebbar gemacht.
Für dieses einzigartige Konzept der interaktiven Geschichtsvermittlung erhält der Verein jetzt als eine von sieben Initiativen eine Förderung des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen und für Heimat im Rahmen des Programms „Heimat.Engagiert“.
Theater trifft Heimatpflege
Anstelle klassischer Führungen tauchen Besucherinnen und Besucher künftig mitten in die Lebenswelt des Dreißigjährigen Kriegs ein: In kleinen Gruppen begegnen sie Söldnern, Quacksalbern, Ratsmitgliedern und Frauen, die zwischen Kriegsangst, Trauer, Widerstand und Hoffnung stehen. Der Museumsraum verwandelt sich in eine lebendige Theaterkulisse, unterstützt durch Licht, Ton und historische Requisiten. Die Szenen werden lebendig. Die Gäste werden aktiv in das Geschehen eingebunden, wodurch Geschichte emotional erfahrbar wird. Ein Erzähler begleitet das Publikum, ordnet die Geschehnisse historisch ein und führt durch die wandelvolle Zeit der Stadtgeschichte.
Die Besonderheit: Sämtliche Rollen werden von Mitgliedern des Vereins gespielt, die alle auch Teil der traditionsreichen Pfingstfestspiele sind. Das Projekt wird damit zur Verlängerung des Meistertrunks ins ganze Jahr und zum Aushängeschild gelebter Stadtgeschichte im ländlichen Raum.
Große Anerkennung für ehrenamtliche Kulturarbeit
„Diese Förderung ist für uns weit mehr als eine finanzielle Unterstützung. Sie ist ein wertvolles Zeichen für die Anerkennung ehrenamtlicher Kulturarbeit“,
Freut sich die stellvertretende Vereinsvorsitzende Laura Roeder Gonzalez. Vorsitzender Martin Wegele ergänzt: „Unsere Mitglieder beweisen, dass ein kleines Museum mit Leidenschaft und Kreativität Großes bewirken kann.“
Die bereitgestellten Mittel ermöglichen vor allem Investitionen in Technik etwa für Beleuchtung, Beschallung, Inszenierungshilfen oder Materialien zur Schulung der Darstellerinnen und Darsteller. Der Verein finanziert das Projekt zusätzlich aus Eigenmitteln und durch geplante Besuchereinnahmen.
„Unsere Idee war es, unsere Geschichte nicht nur zu Pfingsten zu zeigen, sondern erlebbar zu machen – wo also besser als in unserem Vereinsmuseum und mitten im Geschehen. Wir wollen einen neuen, emotionalen und interaktiven Zugang zur Vergangenheit suchen. Genau das schaffen wir mit unseren improvisierten Szenen.“
So erklärt Barbara Klausecker, eine der Initiatorinnen des Projekts: „Wir freuen uns über die Förderung und auf viele neugierige Gäste.“
Einladung
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, die ersten interaktiven Führungen im Rahmen des Projekts „Rothenburg. Anno 1631.“ ab November 2025 im Museum des Historischen Festspiels „Der Meistertrunk“ live zu erleben. Die Besucher erwartet ein ganz neues Museumserlebnis: hautnah, historisch und mitten im Geschehen. Termine und Buchungsmöglichkeiten werden rechtzeitig auf www.meistertrunk.de und den Social-Media-Kanälen des Vereins bekannt gegeben. Das Angebot richtet sich sowohl an Gäste als auch an die Bürgerinnen und Bürger Rothenburgs und soll künftig regelmäßig stattfinden.
Weitere Infos zur Förderung durch das Bayerische Staatsministerium der Finanzen und für Heimat: Das Bayerische Staatsministerium der Finanzen und für Heimat hat in Kooperation mit dem Bayerischen Landesverein für Heimatpflege e. V. im Dezember 2023 das Förderprogramm „Heimat.Engagiert“ ins Leben gerufen. Zunächst als Pilotprojekt ausgelegt, werden jährlich bis zu 40 Vorhaben, die der Pflege und Vermittlung von Heimat- und Brauchtumspflege dienen, mit einer Festbetragsförderung von 2.000 Euro unterstützt. In dieser Runde werden insgesamt 7 Projekte gefördert.